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Kinderfotografie - einfacher als gedacht?

 Jeder (professionelle) Fotograf kommt eines Tages mit der Frage in Berührung, ob er oder sie auch Neugeborene / Kinder / Teens fotografiert.

Dabei sind Kinder ein weites Feld - noch im Bauch der Mutter oder schon fast volljährig, jedes Alter hat seine Tücken. Zusätzlich ist nicht jedes Kind gleich vom Charakter, sowie die großen Menschenkinder eben auch.

Welche Schwierigkeiten, aber auch Chancen die Kinderfotografie bietet, möchte ich in diesem Artikel erläutern.

 

1. Stadium - Schwangerschaftsshootings

Rein vom technischen her gesehen, ist es wohl scheinbar am einfachsten, wenn sich das Kind noch wohlig in Mamas Bauch kuschelt - es muss nicht posen, es kann nicht schreien.

Wenn Mama ins rechte Licht gerückt ist, kann man viel ausprobieren - im Stehen, Sitzen, sogar Liegen, doch nicht jede Pose ist gleich angenehm für die Mama. Manche Mütter scheinen bis kurz vor der Geburt kaum körperliche Einschränkungen durch das Ungeborene zu haben, anderen wiederum fällt es schon im vierten Monat schwer, länger zu sitzen oder sich außergewöhnlich zu bewegen.

 

Alles ist ganz normal und lösbar - bei dieser Art von Shooting muss man weniger auf das Ungeborene, als mehr auf die Eltern eingehen.

Im Prinzip wie ein Paarshooting, doch mit dem gewissen Etwas. Süße Accessoires wie Schühchen, Tafeln mit Babynamen, Luftballon und Ähnliches umrahmen die baldige Geburt.

Falls dem Ungeborenen etwas nicht gefällt, wird es sich durch Tritte bemerkbar machen. Hier gilt es, die Mutter etwas zu schonen, sie eine Pause machen zu lassen oder je nach Wetter Schatten zu spenden oder eine warme Jacke zu holen.

 

Der werdende Papa kann die Posen mit unterstützen, indem er seiner Partnerin einen sicheren Stand ermöglicht, sie den Kopf auf seine Schultern legt oder neben ihm sitzt.

Kleine Pausen für die Mama sind hier wichtiger denn je, sucht euch ein relativ ebenes und leicht zugängliches Gelände aus, denn wenn sich die werdende Mutter überanstrengt, färbt das auch auf den kleinen Schatz ab.

 

 

Hierfür biete ich werdenden Eltern verschiedene Fotoshootings mit eingehender Beratung an.

 

2. Stadium - Neugeborenes, die ersten 2 Wochen

***WIRD BALD ÜBERARBEITET***

 

3. Stadium - die ersten Jahre bis zur Grundschule

Eine aufregende Zeit bricht an - das Kind beginnt zu laufen, zu sprechen, hat vielleicht schon erste Freundschaften geschlossen und möchte sich nun in der Welt behaupten!

 

Wenn Kinder krabbeln oder schon laufen können, ist ein Shooting zwar sehr actionreich, aber durchaus möglich. Als Fotograf muss man schnell sein, eine perfekte Lichtsetzung ist noch lange nicht so wichtig wie das scharfe und flinke fokussieren. Hierfür den Bildausschnitt etwas weiter als gewohnt wählen und die Belichtungszeit auf 1/160 - 1/200 s kürzen, wenn es das Umgebungslicht zulässt. Shootings können in der Natur, sowie auch im Studio stattfinden, man sollte nur einen kindersicheren Ort wählen und am besten eine Aufsichtsperson zusätzlich dabei haben, damit die Eltern zwischendurch auch einmal frei posieren können oder eine Hand frei haben.

 

Bespaßungen mit Spielzeug und Grimassen gehören hier unbedingt dazu, lieber einmal mehr sich für das Kind "zum Affen" machen, dabei entstehen meistens die schönsten Fotos.Wichtig hier ist auch, dass man Wechselkleidung für sich als Eltern und für das Kind mitnimmt, Matsch und das vorherige Essen sind sicher Themen, die auftauchen... 

Die Kleidung sollte ordentlich sein und auch die Kinderfrisur ab und zu durchgekämmt, aber wie schon erwähnt, hier kommt es nicht auf das starre Sitzen an - das Kind soll sich frei im sicheren Raum bewegen können, krabbeln, mit Dingen interagieren, hier muss man frei arbeiten.

 

Sagt den Eltern, dass es weniger gestellte, als vielmehr authentische Bilder geben wird - auch wenn das Kind schreit, sich freut, isst, lieber ein paar Bilder mehr in Serienaufnahme machen, denn aussortiert ist schnell. 1-1,5 Stunden sind hier das Maximum, was die Konzentration von Kind und Eltern hergibt.

Achtet bitte darauf, dass tägliche Routinen eingehalten werden, das Kind sollte ausgeschlafen und satt sein, frisch gewindelt, wenn nötig und sein Bäuerchen schon gemacht haben ;) Am besten ist es zwischen 11 - 17 Uhr.

 

Ist das Kind etwas älter und kann reden und auch mal ein paar Minuten still sitzen, ist es hilfreich, wenn ihr euch erst einmal dem Kind vorstellt und zwar im wörtlichen Sinne auf seiner Augenhöhe (Kinder von oben fotografieren ist ohnehin nicht sehr ratsam), ihm oder ihr die Kamera kurz und einfach erklärt und was nun in der nächsten Stunde passieren wird.

 

Meistens zeigen sich Kinder interessiert, ist es gerade etwas schüchtern, dann macht ein paar Bilder von den Geschwistern oder Eltern und zeigt dem Kind, dass nichts Schlimmes passiert und es sogar Spaß macht - in vielen Fällen machen auch die zurückhaltenden Kinder irgendwann mit, schließlich möchte es eine schöne Erinnerung mit den Eltern/Geschwistern teilen.

 

Gebt dem Kind klare Anweisungen, macht Posen vor, aber akzeptiert auch, wenn sich das Kind merkwürdig fühlt und es deshalb manches nicht machen möchte. Es wird selten nein sagen, deswegen ist hier viel Fingerspitzengefühl für die Gefühle des Kindes gefragt.

 

Es sollte ein Mix aus vorgezeigten Posen, aber auch aus Herumtollen, Spaß haben sein. Wenn das Kind ein Hobby hat, lasst es mit einfließen, sein Instrument mitbringen, sein Kuscheltier, das Lieblingsbuch, etc...

Auch junge Kinder fühlen sich mit bekannten Dingen sicherer und lassen sich so eher auf Fremdes ein. 

 

Hier reicht eine Shootingdauer von 1 bis 1,5 Stunden (mit Pausen).

 

 

 

Eine ausführliche Beratung und verschiedene Fotoangebote gibt es für Eltern und Kinder ab circa 2 Jahren bei mir.

 

4. Stadium - die liebe und leidvolle Pubertät?

Ist das Kind gerade in dem Alter mit der magischen zweistelligen Zahl, ist es genauso schwierig oder einfach, Bilder von ihnen zu machen.

Das wichtigste Credo lautet auch hier: Auf den Heranwachsenden gefühlvoll, aber selbstbewusst herangehen, den Shootingablauf erklären, Posen vormachen und klar miteinander kommunizieren, was für das Kind in Ordnung geht und was nicht.

Sicher sind manche Kinder mit 16 Jahren schon reif, haben vielleicht gerade eine Lehre angefangen, fahren schon Mofa, doch mein Leitsatz lautet: bis 15 Jahren fotografiere ich nie ohne erzieherische Begleitperson, zwischen 16 - 17 Jahren soll ein Elternteil zumindest das Kind zum Shooting bringen und auch wieder abholen, ein persönliches Vorgespräch mit den Eltern ist immer unerlässlich!

Denkt daran, auch wenn manche Kinder schon relativ erwachsen aussehen und sich manche auch schon so benehmen - ihr habt in den meisten Fällen immer noch unsichere Geschöpfe vor euch, die froh sind, wenn sie etwas Hilfestellung und fordernde, aber lösbare Ziele bekommen.

Bei Jungs ist es tatsächlich manchmal so, dass sie das Fotografiert werden hassen, nicht selten sind Eltern und Großeltern schuld, die das Kind mit "Jetzt steh' doch mal g'rad und lächel!", "ermutigen" :) Um es etwas aufzulockern, kann auch hier wieder der Bruder, ein Kumpel oder der Vater helfen, sich anfangs mit dazu stellen. Die Posen sollten locker gewählt werden, Daumen dürfen in die Hosentasche, der Rest nicht. Ein Standbein und ein Spielbein kommen cool, auch das leichte nach-vorne-beugen beim Sitzen.

Mädchen sind leider zu unrecht oftmals sehr selbstkritisch, sei es durch die Erziehung, Umwelt oder andere Gründe. Dass sie nicht perfekt sein müssen, versuche ich den jungen Kundinnen zu erklären. Ich lasse sie ihre Lieblingskleidung und Accessoires, mit denen sie sich wohlfühlt wählen und frage, an welchen Shootingort sie gerne sein möchte. Wenn die Eltern etwas weiter weg stehen, fällt auch bald die Anspannung und die Posen werden flüssiger und natürlicher. Macht auch hier mal etwas Schräges vor, bringt sie zum Lachen und "erlaubt", das die Haare nicht perfekt sein müssen, das Lächeln aber echt. Zeigt immer mal wieder die Zwischenergebnisse auf der Kamera. Fotos aus Magazinen und Blogs könne bei der Posenfindung helfen, jedoch ist es wichtig zu erklären, dass diese Menschen nicht in Echt so aussehen, sondern sehr viel Photoshop im Spiel ist. Es spricht nichts dagegen, den Teeniepickel oder die rote Grippenase zu retuschieren, doch bleibt im Rahmen, um ein gesundes Selbstbild zu unterstützen.

Die Shootingdauer kann von 1-3 Stunden variieren, je nach Pausen und Lust, beachtet nur bitte das Alter und die tägliche Routine, damit es nicht zu spät oder zu langatmig wird.

 

Bei Fragen gibt es auf sandysfotostube.de viel Shootingangebote für jedes Alter und Geschlecht! ;) 

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Kommentare: 4
  • #1

    Rene (Freitag, 10 November 2017 21:13)

    Gut geschrieben, gefällt mir.
    Gruss Rene

  • #2

    Sandy (Freitag, 10 November 2017 23:45)

    Ich danke dir fürs Lesen und Kommentieren Rene und sende ebenso beste Grüsse! :)

  • #3

    Petra (Mittwoch, 07 Februar 2018 22:30)

    hallo sandy
    bin durch zufall auf deiner seite gelandet bzw. über thea tacita und möchte dir einfch sagen das ich deine infos total super und aufschlußreich finde. es zeigt das du dein handwerk verstehst bzw. das viel erfahrung dahinter steckt. ich glaube das du eine leidenschaftliche fotografin bist die ihren job wirklich liebt. es gibt nichts besseres um ein glücklicher mensch zu sein wenn man seine arbeit liebt, morgens aufwacht und sich auf den tag freut.
    ich finde es auch schön das du deine erfahrung weiter gibst so das jeder laie verstehen kann was man berücksichtign sollte um auch selber schöne fotos machen zu können und ganz wichtig das man sich zeit nehmen muss.
    vielen lieben dank

  • #4

    Sandy (Donnerstag, 08 Februar 2018 01:33)

    Hallo Petra, ich danke dir ganz doll für deinen netten und schönen Kommentar! Selbstverständlich sind Erfahrungen dazu da, sie zu teilen, ob es etwas für deinen weg bringt, musst du selbst entscheiden. Ohne Freude geht keine Arbeit, jeder hat auch harte Zeiten, doch Selbstmotivation ist das Wichtige! Hoffentlich kannst du bei deinem Fotografieren dir genauso eine Freude geben, so wie du dir es wünschst! Schön, eine Leserin gewonnen zu haben :) Viele Grüße sendet Sandy