· 

Der eigene Stil - oder warum du nicht austauschbar bist

Der eigene Stil - schon so oft hat man davon gehört, besonders, wenn man selber fotografiert,  doch was ist dieser eigentlich und kann jeder ihn haben und wenn ja, wie geht das überhaupt?

 

Zuerst möchte ich eines vorweg nehmen - es ist ein langer, mühseliger Weg zum eigenen Stil, denn dieser ist wie dein Charakter - vielschichtig, veränderbar und muss stets wachsen. 

Ob sich diese Tortur lohnt, ist eine andere Frage, aber wollen wir von vorne beginnen.


AUS SICHT DES KÜNSTLERS

Viele Fotografen und auch andere Künstler haben sich schon mit diesem äußerst komplexen Thema beschäftigt, es wurden viele Blogbeiträge verfasst. Warum solltest du also genau diesen meinigen lesen? 

Ganz einfach - im Gegenzug zu so manch anderen texten möchte ich dir ein paar wertvolle, umsetzbare Tipps mitgeben, mit denen du die Chance durchaus steigern kannst, dein künstlerisches Mekka und mehr zu Finden.

 

Am Anfang war die Idee...oder so ähnlich ;) Schon bei der Ideenfindung, entscheidet sich, welche Note dein Werk später bekommen wird. Wird es ein Portrait, eine Landschaftsaufnahme, ein cooles technikdetail oder doch etwas ganz anderes?  Soll es in einem Hoch- oder Querformat entstehen? Farbe oder monochrom? Wie wird es später verwendet - im Internet, ausgedruckt oder im Fotobuch?

Fragen über Fragen, die man sich so gut es geht, vorher stellen und beantworten sollte. Die Stilfindung erfolgt am besten planweise. Setze dich hin und überlege dir für jedes Projekt folgendes:

- für wen mache ich das Werk? für mich, einen Auftraggeber oder ein Publikum?

- In welcher Form soll es später verwendet werden?

- fallen mir spontan Emotionen / Farben / Formen /Texte zum Werk ein?

- Welchen Zeit-/Budgetrahmen habe ich zur Verfügung?

- Welche technischen Mittel stehen mir zur Seite, was muss ich mir noch wissentlich aneignen, um das Projekt umzusetzen?

- brauche ich Hilfe, wenn ja, gefällt und passt mir der Stil der anderen Person (Model, Künstler, Dienstleister)?

 

Je konkreter du folgende Punkte beantworten kannst, desto eher gelingt das Projekt samt passendem Stil.

Was ist jedoch, wenn man noch so rein gar nicht weiß, wohin die reise gehen soll, aber der unweigerliche Drang nach kreativer Auslastung vorhanden ist? Auch hier können dir folgende Gedanken behilflich sein:

- Nimm dir viel zeit für dein Projekt. Mindestens 1-2 Stunden ohne Zeitdruck nach später heraus

- vergleiche dich nicht mit anderen Fotografen / Künstlern! erst einmal geht es nur um dich!

- sammle Ideen durch Zeitschriften / Blogs /Pinterest / Gesprächen mit freunden. Gehe in die Stadt/Natur heraus, beobachte viel, mache dir kurze Notizen in ein Büchlein

- beobachte ohne zu werten, schreibe alles auf, was dir in diesem Moment wichtig erscheint

- schnappe dir deine Kamera oder dein Handy und mache spontan aus dem gefühl heraus Bilder. Mache dir keine Gedanken um korrekte Belichtung, Ausschnitt, etc..., probiere dich aus. Richte nicht

- lasse deine Gedanken 1, maximal aber 3 Tage ruhen und sortiere die neu gewonnenen Eindrücke. Mache ein Moodboard mit dienen Bildern, texten, Schnipseln

- Jetzt erst, wenn du die Dinge in einen Zusammenhang bringst (es muss nicht streng kategorisiert werden), darfst du deine Erlebnisse beurteilen. Warum magst du dies und jenes nicht? Weshalb gerade diese Farbe oder was fasziniert dich an dem zeitungsbild?

- versuche nicht das Rad neu zu erfinden, es gibt jeden Trend schon unzählige Male. Es wird jedoch zu deinem Stil, wenn du ihn reifen lässt, immer wieder überprüfst und ggf. leicht an deine Kunden oder eigene Meinung anpasst

- teste dich in der Bildgestaltung und -bearbeitung aus.

The Sky is the Limit! ^^ 

 

Erst wenn dieser Schritt getan ist, darfst du schauen, was die Konkurrenz so macht, vorher würde dich das nur durcheinander bringen und unter Druck setzen. Falls du Werke für Kunden anfertigst, frage deine Liebsten um ihre Meinung, am besten solche Familienmitglieder und freunde, die du nicht jeden tag siehst, damit die Meinung etwas unparteiischer, aber dennoch offen ist. Bist du mutig, stelle dich und dein Werk in spezielle fotografenforen. 

 

Bitte beachte, dass die genannten Schritte nicht alle auf einmal oder in einer bestimmten zeit ablaufen sollen.

Nimm dir die zeit, egal ob du ein Business hast, dass wirtschaftlich laufen muss oder ob du es rein aus dem herzen machst.

Bei mir hat es 2,5 Jahre gedauert, bis ich heute sagen kann, dass ich auf dem richtigen Weg bin, es liegt noch ein langer vor mir. Hätte ich gleich auf mein Herz, meine Vorlieben gehört, wäre alles etwas schneller von Statten gegangen. 

Ich habe alle hier geschriebenen Ratschläge ausprobiert, manche sogar öfters, denn man scheitert öfters als man denkt ;) Das soll dich jedoch nicht abbringen, deinen Ideen zu folgen, Stilfindung hat auch sehr viel mit der nötigen Portion Selbstbewusstsein zu tun.  Hast du das schönste, markanteste Bild erschaffen, traust dich nicht es zu zeigen oder änderst es, weil es jemanden nicht gefällt, bringt der Stil nicht viel. Du musst lernen, zu deinem Stil zu stehen wie zu deinem Charakter, jedes Bild ist ein teil von dir.

Mir ist es mittlerweile einerlei, ob Kollegen meinen Stil akzeptieren, solange ich und meine zahlenden Kunden glücklich damit sind. Deine Kunden kommen mit deinem Stil, logischerweise solltest du deine Zielgruppe kennen und bedienen können, wenn aber dein Stil ein ganz anderer sein sollte, überdenke deine Zielgruppe und schaffe dir ein neues, echtes Image. Authentizität ist den kunden mittlerweile zum Glück sehr wichtig geworden, sie buchen dich vor allen auch wegen dir als Persönlichkeit- da ist deine Handschrift ein betrachtlicher  Teil davon. 

Definiere deine Arbeit über deinen Charakter, lasse einen Teil Offenheit zu, das wird dir auf lange Sicht mehr und passendere Kunden bescheren. Es schafft vertrauen und lässt dich entspannter wirken. 

Manche haben scheinbar schon immer einen eigenen Stil gehabt, andere brauchen 20 Jahre dazu - jede Zeit ist richtig, solange es deine ist.

Höre auf dich selbst, nimm neue Ideen und Gedanken auf, probiere dich aus, ohne dass jeder gleich deine Werke sehen muss.

Erschaffe dir deine eigene kleine Werkstatt, ob real oder in deinen Gedanken.

Es ist dein raum, in dem du bestimmst, deine Ideen wachsen und später auch Früchte tragen werden, wenn du nur geduldig und aufmerksam zu dir selber bist.

Und zu guter letzt: Bewerte den Stil nicht über, ganz gleich, was andere sagen. Stil entwickelt sich, ist und bleibt doch nur ein Teil des großen Ganzen. Dein teil, der dich nicht austauschabr macht, aber noch lange nicht kompetent oder sympathisch ;) 

 

 

 

 

 

 

STAY TRUE!

Deine Sandy



Im herzen schon immer ein Kleines Vintage Girl gewesen -

die 60er, 70er sind nicht nur  ein trend für mich. Ich liebe den BoHo - Style und moody Stimmung. helle, fröhliche Farben haben bei mir genauso ihre Berechtigung wie dunkle, verregnete  Bilder.  Die Haut etwas erröten lassen und einen leichten Blau- oder Goldstich - da hüpft das retroherz <3 Und wer hätte es gedacht - ich besitze eine Polaroid, aber lange vor dem erneutem trend :) 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0